24. Okt. 2026

PostgreSQL 14: Supportende am 12. November – und Version 19 steht vor der Tür

Am 12. November 2026 erhält PostgreSQL 14 sein letztes Update, eine Woche später erscheint PostgreSQL 19. Was das Supportende für Ihre Anwendungen bedeutet und wie Sie das Upgrade sicher planen.

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Am 12. November 2026 bekommt PostgreSQL 14 sein letztes Update. Danach schließt das PostgreSQL-Projekt keine Sicherheitslücken mehr in dieser Version. Eine Woche später, am 19. November, soll PostgreSQL 19 erscheinen. Geplant war es eigentlich für Ende September oder Anfang Oktober. Wenn in Ihrem Unternehmen ein Kundenportal, ein ERP-Zusatz oder eine eigene Fachanwendung auf PostgreSQL läuft, sollten Sie jetzt nachsehen, welche Version im Einsatz ist.

Was ändert sich

PostgreSQL 14 erreicht das Supportende. Jede Hauptversion wird fünf Jahre lang gepflegt. Version 14 erschien im September 2021. Mit dem regulären Update-Termin am 12. November 2026 kommt die letzte Version 14.x, danach gibt es keine Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches mehr. Unterstützt bleiben die Versionen 15 bis 18, wobei für Version 15 schon im November 2027 Schluss ist.

PostgreSQL 19 kommt später, dafür gründlicher geprüft. Der Release Candidate 1 ist seit dem 15. Oktober verfügbar, RC2 folgt am 12. November, die finale Version ist für den 19. November geplant. Die Verzögerung hat einen bemerkenswerten Grund. Wie The Register berichtet, haben KI-gestützte Code-Reviews während der Beta-Phase viele zusätzliche Fehler aufgedeckt, überwiegend harmlose Randfälle, die man sonst wohl erst Jahre später gefunden hätte. Gleichzeitig zeigten einige neue Funktionen tiefere Konstruktionsfehler. Die Entwickler haben deshalb acht bis zehn größere Features zurückgezogen, darunter Graph-Abfragen nach SQL/PGQ. Sie sollen nun mit PostgreSQL 20 kommen.

Was in Version 19 drin ist, ist vor allem für den Betrieb interessant:

  • REPACK (CONCURRENTLY) räumt Tabellen auf und gibt Speicherplatz frei, ohne Lese- und Schreibzugriffe zu blockieren.
  • Parallel arbeitendes Autovacuum für Indizes und eine neue Priorisierung, welche Tabellen zuerst gewartet werden.
  • Logische Replikation ohne Neustart, wenn wal_level auf replica steht, und Replikation von Sequenzwerten.
  • Diverse Performance-Verbesserungen, etwa schnellere Fremdschlüssel-Prüfungen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen

Eine Datenbank ohne Sicherheitsupdates ist ein Risiko, das sich nicht sofort bemerkbar macht. Die Anwendung läuft weiter wie bisher, aber wird künftig eine Lücke in Version 14 bekannt, bleibt sie offen. Gerade bei Portalen, die aus dem Internet erreichbar sind, und bei personenbezogenen Daten passt das schlecht zu den Anforderungen aus DSGVO und, falls Ihr Unternehmen betroffen ist, NIS2.

Zwei Punkte sollten Sie bei der Planung kennen:

  1. Ein Wechsel der Hauptversion ist kein normales Update. Er erfolgt mit pg_upgrade, per Dump und Restore oder über logische Replikation und braucht ein Wartungsfenster sowie einen Test.
  2. Version 19 bringt Verhaltensänderungen. Laut Release Notes ist standard_conforming_strings künftig immer aktiv. Alte Dumps, die mit abweichender Einstellung erstellt wurden, lassen sich dann nicht mehr korrekt einspielen. JIT ist standardmäßig ausgeschaltet, RADIUS-Authentifizierung entfällt, und MD5-Passwörter erzeugen Warnungen. Wer Auswertungen mit großen Abfragen fährt oder noch MD5 nutzt, sollte das vorher prüfen.

Aus unserer Sicht spricht viel dafür, PostgreSQL 14 jetzt auf Version 17 oder 18 zu heben. Beide sind ausgereift und bis 2029 bzw. 2030 unterstützt. Version 19 lohnt sich für neue Projekte, für bestehende Systeme sinnvollerweise erst nach den ersten Wartungsreleases.

Ein Hinweis noch: Manche Linux-Distributionen liefern PostgreSQL in eigenen Paketen mit eigenen Supportzusagen aus. Prüfen Sie, woher Ihre Installation stammt und was der jeweilige Anbieter zusagt.

Empfohlene nächste Schritte

  • Bestandsaufnahme: Mit SELECT version(); sehen Sie die laufende Version. Denken Sie auch an Datenbanken in Docker-Containern, auf Proxmox-VMs und bei Hosting-Anbietern.
  • Ziel festlegen: Für bestehende Systeme in der Regel PostgreSQL 17 oder 18.
  • Abhängigkeiten prüfen: Unterstützt Ihre Anwendung (z. B. die Django-Version oder der Datenbanktreiber) die Zielversion? Sind alle Erweiterungen verfügbar?
  • Backup und Test: Vollständige Sicherung, dann Probelauf mit pg_upgrade --check auf einer Kopie.
  • Wartungsfenster planen: Upgrade durchführen, Anwendung testen, Monitoring beobachten.
  • Dauerhaft regeln: Updates und Versionswechsel in einen festen Wartungsplan aufnehmen, damit das nächste Supportende (Version 15 im November 2027) nicht wieder überraschend kommt.

Wie Sadeem hilft

Wir betreiben PostgreSQL für unsere Kunden in Rechenzentren in Deutschland und der EU, mit Updates, Backups und Monitoring aus einer Hand. Wir prüfen, welche Datenbanken bei Ihnen auf PostgreSQL 14 laufen, planen das Upgrade samt Test und Rückfalloption und passen bei Bedarf Ihre Anwendung an, egal ob sie auf Django, Node.js oder .NET basiert. Wenn Sie wissen möchten, wo Sie stehen, sprechen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Quellen

UpdatesPostgreSQLEnd of Life